Post lässt den Schweizer Handel im Stich

31.03.2020

Kunden der Schweizer Post leiden unter Sistierung von Sperrgut-Lieferungen

Die Schweizer Post reagiert mit empfindlichen Leistungskürzungen auf die Corona-Krise: Sendungen im Sperrgutbereich stellt der Staatsbetrieb seit diesem Montag nicht mehr zu. Mit dieser Entscheidung fällt die Post dem Schweizer Handel regelrecht in den Rücken. Ausgerechnet jetzt, wo Händler aufgrund der Schliessung ihrer Geschäfte auf den Online-Handel ausweichen müssen, sistiert die Post die Zustellung für Produkte, die in der Schweizer Bevölkerung während des Lockdowns in grossen Mengen bestellt werden: Gartenequipment, Heimwerkzeug, Fitnessgeräte, Fernseher und Co. stapeln sich in den Lagern der Händler und überlasten die gesamte Infrastruktur. Das Schweizer Transportportal Pickwings springt nun in die Bresche und stellt für Händler und Kunden die Lieferwege sicher.


„Die Post lässt ihre Kunden in dieser schwierigen Zeit im Regen stehen“, sagt Marc Bolliger, Gründer und CEO von Pickwings. „Was wie ein schlechter April-Scherz klingt, hat für den Handel katastrophale Folgen. Händler und ihre Produkte; bestellt und nicht abgeholt.“ Der Unternehmer hat in den vergangenen Tagen gemeinsam mit seinem Team Nachtschichten eingelegt, um die Liefermengen zu verarbeiten, die von verzweifelten Händlern an ihn herangetragen werden. Brack, Media Markt und Digitec Galaxus sind nur einige von vielen Online-Händlern, die von den Beschränkungen der Schweizer Post empfindlich getroffen sind. Viele der Händler haben sich an Pickwings gewandt, um Soforthilfe für den Ausfall der Postdienstleistung anzufordern. Das digitale Liefernetzwerk vermittelt Transporte im Bereich Kleinsendungen, Stückgut sowie Teil- und Komplettladungen. Der Gewinner des SEF-Awards 2019 vereint auf seiner Plattform rund 600 Transportfirmen mit über 6‘000 LKWs.



Liefervolumen vervierfacht


„Bei Normalbetrieb wickeln wir täglich etwa 1‘000 Lieferungen ab. Seit vergangener Woche hat sich unser Liefervolumen vervierfacht. Händler sind auf ein zuverlässiges und funktionierendes Liefernetz angewiesen. Die Schweizer Post zeigt uns aber, dass sie in der Krise nicht handlungsfähig ist und – wenn es hart auf hart kommt – den Schweizer Handel sich selbst überlässt“, sagt Marc Bolliger. Das zusätzliche Transportvolumen sichert Pickwings mit zusätzlich über 100 neuregistrierten Lieferfirmen, welche sich innerhalb der letzten Tage aufgrund fehlender Auslastung auf der Plattform registriert haben.

Es stehen genügend Lieferunternehmen als auch Fahrer zu Verfügung, um den Lieferstopp der Post im Bereich Sperrgut zu kompensieren. Es ist unhaltbar, dass Logistikunternehmen Kurzarbeit anmelden müssen, während die Bevölkerung Rekordmengen bestellt, die Lager der Händler voll sind und der Nachschub aus dem Ausland unterwegs ist: Der Kreislauf ist in vollem Gange. Dass sich die Post hier derart unvermittelt zurückzieht ohne Lösungen zu präsentieren, ist für Marc Bolliger nicht nachvollziehbar. Bolliger betont: „Hätte die Post mit uns sowie den Schweizer Transportfirmen das Gespräch gesucht, so hätten wir gemeinsam reagieren und ihren Kunden Lösungen anbieten können. Mit der vorübergehenden Aufhebung von Sperrgutlieferungen hat sie den Handel jedoch vor vollendete Tatsachen gestellt. Dieser ist nun gezwungen selbständig nach Lösungen zu suchen und findet diese bezeichnenderweise in der Privatwirtschaft.“



Solidarität statt Monopol


Dass die Post als staatlicher Akteur in dieser Krise derart versagt, stösst in der Branche sauer auf, wie Bolliger weiss: „Es zeigt sich deutlich, dass sich die Post in dieser herausfordernden Zeit nur auf die Erhaltung ihres eigenen Monopols fokussiert. Statt mit uns Privaten zu kooperieren, riskiert sie den Zusammenbruch des gesamten Schweizer Handels. Dies werden wir nicht zulassen.“
Bolliger versteht die Haltung der Schweizer Post als Ansporn, gemeinsam mit privaten Transportfirmen zu beweisen, dass viele kleine und mittlere Unternehmen durch eine ideale digitale Vernetzung im Stande sind, auch in Krisenzeiten für ein funktionierendes Liefernetzwerk zu sorgen.



Firmenportrait:
Über Pickwings


Auf Schweizer Strassen ist jeder vierte Lastwagen leer unterwegs. Die komplizierte Organisation von Transporten im Bereich Stückgut, Teil- und Komplettladungen erfordert viel Aufwand zwischen Warenversender und Transporteur. Durch Intransparenz im Markt gehen Zeit und Ressourcen verloren. Die Plattform von Pickwings ermöglicht es Kunden innerhalb von wenigen Sekunden Transportaufträge zu erstellen und diese nach dem Matching-Prinzip mit einem von über 6‘000 LKW’s zu verbinden. Durch digitalisierte Prozesse und Echtzeitverbindung zu Transportdienstleistern sparen Warenversender bis zu 20 Prozent Frachtkosten und 50 Prozent Administrationsaufwand ein. Transportfirmen profitieren von Mehrauslastung, weniger Leerkilometer und der kostenlosen Digitalisierung ihrer Flotten auf einem öffentlichen Marktplatz. Täglich werden aktuell mehr als 4‘000 Sendungen über die Plattform von Pickwings abgewickelt. Informationen: www.pickwings.ch



zum Beitrag